Ayurveda, die fünf Elemente und Yoga

31. Dezember 2025

Ayurveda betrachtet den Menschen nicht isoliert, sondern als Teil der Natur. Alles, was uns umgibt – und alles, was in uns wirkt – besteht aus fünf grundlegenden Elementen: Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum (Äther). Diese Elemente formen unsere Konstitution, beeinflussen Körperfunktionen, Emotionen und geistige Klarheit.

Yoga ist dabei mehr als Bewegung: Jede Haltung, jede Atemtechnik wirkt gezielt auf bestimmte Elemente und kann helfen, sie zu stabilisieren oder auszugleichen. In diesem dritten Teil der Reihe geht es um den Überblick über die fünf Elemente – und im Detail um die Elemente Erde und Feuer. Die übrigen folgen im nächsten Beitrag.

Die fünf Elemente im Überblick

Element 

Steht für

Wirkung im Körper

Bei Ungleichgewicht

Erde

Stabilität, Struktur

Knochen, Muskeln, Gewebe

Trägheit oder Unsicherheit

Wasser

Fluss, Verbindung

Körperflüssigkeiten, Gelenke

Stagnation oder emotionale Schwere

Feuer

Transformation, Energie

Verdauung, Stoffwechsel

Reizbarkeit oder Erschöpfung

Luft

Bewegung, Leichtigkeit

Atmung, Nervensystem

Unruhe oder Nervosität

Raum (Äther)

Weite, Klarheit

Hohlräume, Kommunikation

Gefühl von Leere oder Überforderung

Kein Element ist „gut“ oder „schlecht“ – entscheidend ist das Gleichgewicht. Yoga hilft, dieses Gleichgewicht bewusst zu beeinflussen.

Element Erde (Prithvi) – Stabilität & Verwurzelung

Ayurvedische Bedeutung
Das Erde-Element steht für alles Feste im Körper: Knochen, Muskeln, Gewebe und unsere physische Widerstandskraft. Auf mentaler Ebene schenkt es Sicherheit, Verlässlichkeit und Bodenhaftung.

Übungen: Standhaltungen wie der Baum (Vrksasana), der Berg (Tadasana) oder tiefe Hüftöffner.

Wenn Erde im Gleichgewicht ist:

  • Gefühl von Stabilität und innerer Ruhe
  • Ausdauer, Geduld, Belastbarkeit

Bei zu viel Erde:

  • Trägheit, Schweregefühl
  • Widerstand gegen Veränderung

Bei zu wenig Erde:

  • Unsicherheit, Rastlosigkeit
  • Gefühl, „den Boden unter den Füßen zu verlieren“

Passende Yoga-Übung: Sonnengruß (Surya Namaskar)

Warum er wirkt:
Der Sonnengruß ist eine dynamische Abfolge, die Wärme erzeugt, den Kreislauf aktiviert und das innere Feuer (Agni) stärkt. Bewegung, Atem und Rhythmus wirken hier als Einheit.

Wirkung:

  • aktiviert Stoffwechsel und Verdauung

  • steigert Energie und Konzentration

  • fördert innere Klarheit und Motivation

Tipp:
Bewusst im eigenen Atemrhythmus bleiben – Qualität und Präsenz sind wichtiger als Geschwindigkeit.

Element Feuer (Agni) – Energie & Transformation

Ayurvedische Bedeutung
Feuer (Agni) ist das Element der Umwandlung: Verdauung, Stoffwechsel, Zellregeneration – aber auch geistige Schärfe, Motivation und Entscheidungsfähigkeit.

Übungen: Das Boot (Navasana), Plank (Brett), der Sonnengruß oder die Krähe.

Wenn Feuer im Gleichgewicht ist:

  • gesunde Verdauung
  • klare Entscheidungen
  • innere Motivation und Fokus

Bei zu viel Feuer:

  • Reizbarkeit, Ungeduld
  • Entzündungen, innere Hitze

Bei zu wenig Feuer:

  • Müdigkeit, Antriebslosigkeit
  • langsame Verdauung, Konzentrationsprobleme

Passende Yoga-Übung: Vrksasana (Baumhaltung)

Warum sie wirkt:
Die Baumhaltung vereint Erdung und Aufrichtung. Ein Fuß ist fest im Boden verwurzelt, während der Körper in die Höhe wächst – ein zentrales Bild für das Erde-Element im Ayurveda.

Wirkung:

  • fördert Gleichgewicht und Standfestigkeit

  • stärkt Bein- und Rumpfmuskulatur

  • unterstützt mentale Stabilität und Fokus

Tipp:
Den Blick ruhig auf einen festen Punkt richten (Drishti) – innere Stabilität entsteht durch äußere Klarheit.

Yoga als Element-Balance im Alltag

Die ayurvedische Sichtweise macht deutlich: Nicht mehr Leistung, sondern gezielte Ausrichtung bringt Balance. Yoga wird so zu einem Werkzeug, das hilft,

  • Energie gezielt zu aktivieren oder zu beruhigen
  • körperliche und mentale Ressourcen bewusster zu nutzen
  • langfristig gesünder und klarer zu agieren

Gerade im Alltag, der oft zwischen Sitzen, Tempo und mentaler Daueraktivität pendelt, kann dieses Wissen einen echten Unterschied machen.

Ausblick – Teil 4 der Reihe

Im nächsten Artikel folgen die Elemente Wasser, Luft und Raum – mit Fokus auf Beweglichkeit, Nervensystem, Atmung und mentale Weite sowie passenden Yoga-Übungen für den Ausgleich.

Dieser Beitrag wurde geschrieben von:

Verena Ring
Verena Ring
Human Resource Manager

Bei Coredat kümmern wir uns nicht nur gut um unsere Kund:innen, sondern auch um unser Team. Und niemand könnte das besser als Verena! Seit 2023 ist sie unsere HR-Managerin und hat immer ein offenes Ohr für alle Anliegen, Fragen und Probleme. Nebenbei reitet sie leidenschaftlich, fast so gut wie Bibi und Tina!

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